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Körperliche Angstsymptome und ihre Bedeutung | Panikattacken verstehen

Wichtig: Die hier aufgeführten und im Podcast besprochenen Infos gelten für körperlich gesunde Menschen mit Panikattacken / Angst – Alle genannten Symptome können ansonsten natürlich auch andere Ursachen haben. Bitte klärt diese zunächst mit eurem Arzt oder Heilpraktiker ab, damit ihr andere Erkrankungen ausschließen könnt!

Wer eine Angststörung hat und häufiger Panikattacken ausgesetzt ist, der weiß, welche Belastung nicht nur die seelischen, sondern gerade auch die körperlichen Symptome sind. Oft wird es dadurch verschlimmert, dass wir nicht wissen, warum bestimmte Symptome auftreten, was dazu führt, dass man Angst vor der Angst bekommt. Angst vor Symptomen, die an sich eine völlig logische Ursache haben – Und diese möchte ich euch heute näher bringen.

Der Podcast zum Thema:

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Atemnot – Kloß im Hals – Druck auf der Brust – Beklemmungen

Bei Angst wird die Atmung flacher und schneller, um die Muskeln für mehr Leistungsfähigkeit mit viel Sauerstoff zu versorgen. Ohne echte Gefahrensituation fliehen oder kämpfen wir nicht, sondern verhalten uns eher sehr ruhig, ohne viel Bewegung, somit wird der Sauerstoff nicht genügend verbraucht. Bei dieser Hyperventilation kommt es dann zu Verhärtungen der Muskulatur durch ein Missverhältnis von Sauerstoff und Kohlendioxid.

Mein Tipp:
Bewusst und tief atmen, die Atmung zählen und länger aus- als einatmen, nach dem Ausatmen am Besten eine kurze Atempause. Für den Anfang eignet es sich z.B. gut 4 Sekunden ein- und danach 6 Sekunden auszuatmen mit 1-2 Sekunden Pause nach dem ausatmen. Diese bewusste Atmung hilft zudem, die Aufmerksamkeit weg von der Angst und hin zur Atmung zu lenken.

Verspannungen – Verkrampfungen

Bei Panikattacken werden die Muskeln sehr stark mit Energie und Sauerstoff versorgt, Adrenalin wird ausgeschüttet. Dies ist wichtig bei Kampf oder Flucht, damit die Muskeln leistungsfähig sind. Ist man aber in keiner echten fliehen oder kämpfen Situationen, so werden die überschüssige Energie und der Sauerstoff nicht verbraucht, es kommt zu Muskelverspannungen und -verkrampfungen.

Mein Tipp:
Bewegung, z.B. auf- und abhüpfen, spazieren gehen, tanzen… um die überschüssige Energie abzubauen und damit auch die Verspannungen zu lösen.

Zittern – Beben – Kribbeln

Bei Angst und Panik werden die Muskeln sehr stark mit Energie und Sauerstoff versorgt, Adrenalin wird ausgeschüttet. Wird diese überschüssige Energie und Sauerstoff nicht verbraucht, da wir nicht fliehen oder kämpfen, dann verhärtet sich die Muskulatur.

Zittern, beben und kribbeln dienen dann dem aufwärmen und lockern der Muskulatur. So bleibt die Muskulatur weiterhin leistungsfähig.

Mein Tipp:
Bewegung, z.B. auf- und abhüpfen, spazieren gehen, tanzen… um die überschüssige Energie abzubauen und damit auch die Verspannungen zu lösen.

Herzrasen – Herzstolpern

Das Herz pumpt / schlägt schneller, um den Sauerstoff schneller in die Muskeln befördern zu können, da wir mit diesen ja kämpfen oder fliehen sollen.

Mein Tipp:
Hier hilft vor allem wieder die ruhige und bewusste Atmung, z.B. 4 Sekunden einatmen, 6 Sekunden ausatmen.

Es liegt kein Herzfehler vor und das Herz wird auch nicht stehen bleiben oder aus der Brust springen.
Mir hilft die Affirmation: „Mein Herz schlägt, also lebe ich!“

Trockener Mund – Übelkeit / Brechreiz – Durchfall / Harndrang

Unsere Verdauung kostet viel Energie, diese wird aber bei einer Panikattacke, also in einer vermeintlichen Gefahrensituation, für Arme und Beine benötigt – Fliehen oder kämpfen statt verdauen.

Daher wird dem Darm das Signal gegeben, alles unverdaute, was Energie kostet und Ballast ist, loszuwerden. Je nachdem wo der Weg kürzer ist erfolgt das dann über After, Blase oder Speiseröhre
oder auch alles zusammen.

Mein Tipp:
Bei länger anhaltendem Durchfall viel trinken, um den Flüssigkeitsverlust auszugleichen. Heilerde zum einnehmen kann z.B. helfen, den Überschuss an Flüssigkeit im Darm und die Säure im Magen zu binden.

Schweißausbrüche – Hitze-/Kälteschauer

Diese dienen der Temperaturregelung im Körper, z.B. als Schutz vor Überhitzung – Beim kämpfen oder fliehen wird ja viel Energie erzeugt und umgesetzt und somit heizt sich der Körper auf.

Verhärten die Muskeln sehr stark, weil wir nicht kämpfen oder fliehen kann es auch zu Hitzewellen
kommen, um die Muskulatur zu erwärmen und lockern, aber auch um die Haut glitschiger für Angreifer zu machen.

Taubheitsempfindungen

Taubheitsgefühle senken die Schmerzschwelle des Körpers, was in einer echten Gefahrensituation überlebenswichtig sein kann. So halten wir mehr aus und Verletzungen bluten dadurch auch weniger.

Schwindel, Dissoziation

Dies ist einerseits bedingt durch die Hyperventilation, aber auch durch das veränderte Blickverhalten bei einer Panikattacke. Der Blick huscht schnell wechselnd umher, um die Umgebung vollkommen überblicken zu können. Dies signalisiert dem Körper Bewegung, während unser Gleichgewichtsorgan aber Stillstehen meldet, da wir ja nicht fliehen oder kämpfen – Diese beiden Infos passen nicht zusammen und uns wird schwindelig.

Mein Tipp:
Bewegung, z.B. auf- und abhüpfen, spazieren gehen, tanzen… damit Blickinformation und Gleichgewichtsinformation wieder zusammenpassen.

Kopfschmerzen / -druck – Benommenheit – Verschwommene Sicht

Handeln statt denken gilt in einer Gefahrensituation und damit Panikattacke für den Körper – Somit wird alle Energie in die Muskulatur von Armen und Beinen gepumpt, während der Kopf weniger durchblutet wird.

Fliehen oder kämpfen wir nicht, sondern ruhen und denken wir stattdessen, kommt es durch die veränderte Durchblutung zu Kreislaufproblemen.

Tipp:
Entweder bewegen (laufen, hüpfen, tanzen) oder flach auf den Rücken legen und die Beine ab der
Knie hochlegen, um wieder mehr Blut in den Kopf strömen zu lassen

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